Kreismusikschule Uckermark    Pressemitteilungen    23.11.2012, Uckermark Kurier, Prenzlauer Zeitung

23.11.2012, Uckermark Kurier, Prenzlauer Zeitung

Chance für Musikeleven

von Monika Strehlow

Die Diesterwegschule schafft es, ein Musikprojekt für die Jüngsten auch nach den vom Land gewährten zwei Förderjahren für die Drittklässler fortzusetzen. Partner ist die Musikschule.

Gemeinsam musizieren macht den Drittklässlern an der Diesterweggrundschule nicht nur viel Spaß, sondern klingt auch schon sehr gut.

Foto: Monika Strehlow

Prenzlau. Welcher Schulleiter weiß nicht, wie sehr es sich rühren heißt, soll den Kindern und Jugendlichen mehr als der obligatorische Unterricht vermittelt werden. Die Prenzlauer Diesterweg-Grundschule zum Beispiel liefert zahlreiche Beispiele dafür, wie ein ganzes Spektrum an Fördertöpfen erschlossen und potenzielle Partner im Interesse der Schüler gewonnen werden können. Als verlässliche Halbtagsgrundschule stellt sie sich selbst den Anspruch, „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu sein, an der Sport und kulturelles Leben zum Alltag gehören, in der Begabtenförderung groß geschrieben wird und Integration praktiziert wird. Wie durchdacht Schulleiterin Carmen Gehrmann und ihr Kollegium vorgehen, zeigt das Beispiel der musikalischen Bildung der Jüngsten.

Vor zwei Jahren klinkte sich die Diesterweg-Grundschule ins landesweite Projekt „Klasse: Musik für Brandenburg“ ein und ist heute eine von 60 Schulen der Mark, an denen Kinder in 143 Klassen an Musikinstrumente herangeführt werden. Zu 100 Prozent aus Landesmitteln gefördert, sind die regionalen Musikschulen als Partner eingebunden. So unterrichten an der Diesterweg-Grundschule Musiklehrerin Kathrin Kuchling und Sylvia Müller von der Kreismusikschule Uckermark im Tandem die Jüngsten an Orff-Instrumenten, die aus den Fördergeldern gekauft wurden.
Nur: Potsdam finanziert das „Klasse: Musik“-Projekt nur für zwei Jahre pro Jahrgang. An der Diesterweg-Grundschule waren es eine erste und eine zweite Klasse. „Wir wollen aber, dass alle Kinder in diesen Genuss kommen. Das gelang uns über die Förderung als Ganztagsschule in Kooperation mit der Kreismusikschule“, erläutert Carmen Gehrmann.

Und auch die dritten Klassen – eben jene kleinen Musiker, die sich als Abc-Schützen das erste Mal an Xylofon und Bassklangstäben ausprobierten – müssen jetzt nicht auf ihre geliebten zusätzlichen Stunden zweimal in der Woche verzichten. Die Zusammenarbeit des Fördervereins der Kreismusikschule und der Grundschule macht es möglich, dass Sylvia Müller und Kathrin Kuchling mit den Schülern in der Aula weiter musizieren können. Sie sind selbst erstaunt, wie sehr die Mädchen und Jungen aufeinander eingestimmt und eingespielt sind. Das überzeugte sogar den Direktor der Kreismusikschule, Jürgen Bischof, der am Dienstag einige Minuten zuhörte. Er zollte zudem seine Anerkennung, dass mittlerweile an die 160 Kinder von dem Projekt profitieren. „Damit kommt fast die Hälfte aller Schüler hier in diesen Genuss.“

Dass das gemeinsame Musizieren nun kein Landesprojekt mehr ist und mit „Musikrondell“ auch einen anderen Namen trägt, ist den Kindern gleichgültig. Sie wollen auf die geliebten Stunden nicht mehr verzichten. Hinzu kommt, dass sie jetzt auch zusätzlich im Singen geschult werden. Das aber ist schon wieder eine ganz andere Geschichte. Sie hat ihre Wurzeln in dem vor einem halben Jahr von Landesmusikrat und Bildungsministerium gestarteten Pilotprojekt der Uckermark „Belcantare Brandenburg – Jedes Kind kann singen“. Die beiden Musikpädagoginnen unterzogen sich dafür erneut einer Schulung. Ihren ersten gemeinsamen Kanon können die Diesterweg-Schüler schon. Wenn die Drittklässler weiter solche Fortschritte machen, so versicherten Sylvia Müller und Kathrin Kuchling, wollen sie sich an der nächsten „Carmina Burana“-Aufführung des Uckermärkischen Konzertchores zur LAGA 2013 in Prenzlau beteiligen.

Ob sich das „Musikrondell“ der dritten Klassen im nächsten Schuljahr weiterdrehen wird, vermag die Schulleiterin derzeit nicht zu sagen. „Das hängt von den Geldern, aber auch den Lehrerstunden ab, die wir zusätzlich leisten“, sagte Carmen Gehrmann. Kindern, die wirklich weitermusizieren und -singen möchten, stehe ja auch die Musikschule offen.